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ARA Aufsichtsratspräsident Schreiber warnt: „POPULISMUS SCHADET EINER SACHLICHEN EINWEG-/ MEHRWEG-DEBATTE“
06.05.2010
ARA Aufsichtsratspräsident und Obmann des Getränkeverbands KR Leo Schreiber nimmt auf die aktuelle Einweg-Mehrweg-Debatte Bezug: „Mancherorts erschallen Forderungen nach verpflichtenden Mehrwegregelungen, die im Zuge der anstehenden Novelle des Ab-fallwirtschaftsgesetzes eingeführt werden sollen. Mit solchen Rufen werden alte populisti-sche Klischees bedient: Mehrweg ist gut. Einweg ist schlecht.“
Nachhaltigkeitsagenda läuft bis 2017
„Doch stimmt das im Jahr 2010 überhaupt noch? Oder hat sich die heimische Wirtschaft mit dem Lebensministerium nicht aus gutem Grund auf die Nachhaltigkeitsagenda geeinigt, die noch bis 2017 läuft? Nach den kolportierten Vorschlägen, in den Markt einzugreifen, wäre das ein glatter Bruch der Nachhaltigkeitsagenda, die ja unter anderem als Arbeitsplatz- und Investitionsschutz dient.“
Nicht mehr, sondern weniger Getränkeverpackungen im Restmüll
„So stellt sich mir die Frage, was die eigentlichen Gründe für die Forderung nach einer Zwangsregulierung sind. Der Umweltaspekt kann es nicht sein, denn verglichen mit 1991 landen heute nicht mehr, sondern um 25 % weniger Getränkeverpackungen im Restmüll. Alle anderen Getränkeverpackungen werden recycelt. Und selbst die im Restmüll verblei-bende Menge ist in Zeiten der Deponieverordnung aus abfallwirtschaftlicher Sicht keinerlei Belastung für die Umwelt.“
Einweg- und Mehrweg in der Ökobilanz gleichwertig
„Außerdem hat gerade kürzlich eine brandneue Studie des Ifeu Instituts für Energie- und Umweltforschung aus Heidelberg gezeigt, dass Einwegflaschen aus Kunststoff in der Öko-bilanz mit Mehrwegflaschen aus Glas gleichgezogen sind.“
„Konsumentenschutz kann es aber auch nicht sein. Denn auch wenn diese stets beim Mehrweg-Thema vereinnahmt werden: Konsumenten greifen einfach lieber zu Einweg und genießen die Vorteile dieser Verpackungsart. Das beweist die tägliche Praxis weit besser als jede Umfrage, die nur sozial erwünschte Antworten liefert. Über eine Zwangsregulierung würden sich die Konsumenten sicher nicht freuen.“
Versachlichung der Diskussion gefordert
„Ich plädiere daher für einen sachlichen Diskurs, bei dem das Für und Wider mit echten Argumenten abgewogen wird.“
Wien, 6. Mai 2010
Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an:
Christian Mayer
Altstoff Recycling Austria AG
Tel.: 01/599 97-301
- Dateien:
KR_Schreiber_Mehrweg.doc355 K