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IdentiPlast 2017: Wie umgehen mit Kunststoffabfall?

Welche Chancen und Herausforderungen ergeben sich für die europäische Kunststoffindustrie durch Kreislaufwirtschaft? Welche Best-Practice-Lösungen beim Abfallmanagement gibt es und wo in Europa und der Welt existiert hierzu das fortschrittlichste Know-how? Wie lässt sich verhindern, dass Kunststoffabfälle in die Umwelt gelangen?



Dies waren einige der zentralen Themen der 13. IdentiPlast, der internationalen Konferenz von PlasticsEurope zu Recycling und Verwertung von Kunststoff. Rund 300 Experten von europäischen Kommunen, lokalen Behörden, aus der Politik, der Entsorgungs- und Recyclingwirtschaft, der Kunststoff-Wertschöpfungskette, der Wissenschaft und Forschung und von NGOs trafen sich am 22. und 23. Februar in Wien, um Ansichten und Erfahrungen zum Kunststoff-Abfallmanagement und zur Kreislaufwirtschaft auszutauschen. Kern der Veranstaltung war die Frage, wie gerade südosteuropäische Länder von den positiven Erfahrungen in anderen Teilen Europas und der Welt (hier speziell in den USA, Japan und der Türkei) profitieren können, um eigene Abfallmanagementpraktiken und Infrastrukturen zu verbessern.

„Das Kreislaufwirtschaftskonzept sorgt für neue Impulse, positiv in die Zukunft zu schauen
und Europas Wettbewerbsfähigkeit und Ressourceneffizienz zu verbessern", erklärte Karl-H. Foerster, Executive Director PlasticsEurope in Wien. „Damit das geschieht, müssen wir nicht nur Innovation vorantreiben, sondern auch einen Blick darauf werfen, wie viele Ressourcen ein bestimmtes Produkt über seinen gesamten Lebenszyklus spart, nicht nur nach dem Gebrauch. Diese zwei Elemente, Innovation und ein ganzheitliches Lebenszyklus-Denken, müssen für das Erreichen einer ressourceneffizienten Kreislaufwirtschaft Hand in Hand gehen."

In seiner Keynote unterstrich Maurits van Tol, Senior Vice President bei Borealis, wie wichtig es sei, den Kreislauf zu schließen und dadurch Mülleinträge in die Umwelt zu vermeiden. „Kunststoffe sollten nie in der Umwelt landen. Gebrauchte Kunststoffe sollten als wertvoller Rohstoff betrachtet werden", erklärte van Tol. „Eine bessere Implementierung und ein besserer Vollzug der existierenden Abfallgesetzgebung haben das Potenzial, Recycling- und Verwertungsraten zu erhöhen und dabei Arbeitsplätze in Europa zu schaffen", ergänzte er.

Dr. Hugo-Maria Schally von der Europäischen Kommission, Generaldirektion Umwelt, wies auf die Form der Kreislaufwirtschaft hin, die die EU anstreben sollte: „Kunststoffe sind ein Treiber unserer Wirtschaft, aber eine Reihe von Umweltproblemen, die mit ihrer Produktion, ihrem Gebrauch und ihrem Lebensende zusammenhängen, müssen angepackt werden. Kunststoff ist daher einer von fünf Schwerpunktbereichen, die im Aktionsplan der EU zur Kreislaufwirtschaft adressiert werden. Der Plan ist ein klares Bekenntnis zur Vorbereitung einer Strategie, die die Herausforderungen von Kunststoff über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg angeht und dabei den gesamten Lebensweg berücksichtigt, wie zum Beispiel Wiederverwendung, Rezyklierbarkeit, Bioabbaubarkeit, das Vorhandensein von gefährlichen Stoffen in einigen Kunststoffen und Marine Litter", so Schally.

Bei der IdentiPlast 2017 wurden darüber hinaus die Gewinner der diesjährigen EPRO-Awards für die besten Recyclingprodukte aus Kunststoff prämiert. Die Auszeichnung wurde von PlasticsEurope zusammen mit dem österreichischen Umweltbundesamt organisiert; Unterstützung kam von der Borealis AG, der EREMA Gruppe, der ARA AG, dem amerikanischen Chemieverband, dem kanadischen Verband der Kunststoffindustrie sowie dem Kunststoffabfall-Institut Japan.


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