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Perspektiven der Kreislaufwirtschaft

Im Rahmen unserer Serie „3 Fragen an…“ sind wir im Gespräch mit Partnern, Experten und Persönlichkeiten aus dem Bereich Circular Economy. Heute: Dr. Harald Hauke, Vorstand der ARA AG und Geschäftsführer der ARAplus und der Austria Glas Recycling, im Gespräch über Lösungen für zukünftige Herausforderungen der Kreislaufwirtschaft, neue ARA Schwerpunkte und das Verhältnis von Produzenten- und Konsumentenverantwortung.

 

Sie bilden seit Oktober, gemeinsam mit Dr. Christoph Scharff, den ARA Vorstand. Wie lautet das erste Resümee ihrer Tätigkeit?

Mein Plan war es, gleich mit Start meiner Vorstandstätigkeit, den Dialog zwischen all unseren Stakeholdern zu intensivieren. Der Start war, gerade auch aufgrund meiner „Tour des Zuhörens“ bei unseren Kunden sehr spannend und erfahrungsreich. Aber das ist kein abgeschlossener Task, sondern ein fortlaufender Prozess. Ich möchte als Brückenbauer zwischen Wirtschaft, Umwelt, Gesellschaft und Politik fungieren. Nachdem ich vor der ARA zwanzig Jahre in der Wirtschaft, vorwiegend in multinationalen Unternehmen, tätig war, kenne ich die Anliegen von Bertrieben ganz genau und weiß, wo die größten Herausforderungen liegen. Auf der anderen Seite bin ich jetzt knapp zehn Jahre im ARA System, also im Umfeld von Kommunen, Abfallwirtschaftsverbänden, unseren Sammelpartnern, der Politik und von NGOs, tätig. Die Wünsche und Bedürfnisse der Konsumentinnen und Konsumenten begleiten mich schon seit 30 Jahren. Dementsprechend sind mir auch diese Seiten gut bekannt. In den nächsten Jahren muss es darum gehen, die unterschiedlichen Partner zusammenzubringen und gemeinsame Lösungen zu finden – die Herausforderungen der Zukunft können wir nur gemeinsam im Dialog lösen.

Wo liegen die Schwerpunkte für 2021? Wo unterstützt die ARA ihre Kunden?

Die Pandemie hat auch unser Jahr 2020 wesentlich geprägt und die Wirtschaft hart getroffen. Wir haben für dieses Jahr festgelegt, dass wir für unsere Lizenzpartner, die uns zu einem Großteil seit fast 30 Jahren begleiten, die Tarife nicht erhöhen – auch wenn wir COVID-bedingt weniger Lizenzeinnahmen haben und die Verwertungserlöse bei Kunststoff und Papier quasi am Boden liegen. Unsere Weichen sind für 2021 klar Richtung Digitalisierung in der Kreislaufwirtschaft gestellt. Das ist unser Kerngeschäft und damit werden wir den Mehrwert für unsere Kunden noch weiter steigern und unsere klare Marktführerschaft ausbauen. ARA Circular Design, Abfall- und Stoffstrommanagement, Recycling Insights und verschiedene Plattform-Konzepte. Das sind einige Themen, mit denen wir uns für die Zukunft intensiv beschäftigen. Was jetzt zählt? Jede Verpackung, die in den Kreislauf zurückkommt. Lösungen für neue, recyclingfähige Verpackungen. Neue Sortieranlagen und neue Einsatzgebiete für Recyclingmaterial. Wir müssen die EU-Recyclingziele gemeinsam in Angriff nehmen. Nur so schaffen wir es, dass Österreich weiterhin zu den Top-Nachhaltigkeitsnationen der Welt gehört und wir die Klima- und Kreislaufwirtschaftsziele 2030 erreichen.

Stichwort „EU-Recyclingziele gemeinsam in Angriff nehmen“: Wie sehen Sie bei dieser ganzen Debatte das Verhältnis zwischen Produzenten- und Konsumentenverantwortung?

Beides ist notwendig. Die Unternehmen leisten nicht nur einen großen finanziellen Beitrag, sondern entwickeln sich auch ständig im Sinne der Kreislaufwirtschaft weiter. Gerade unser Leistungsschwerpunkt „ARA Circular Design“ ist dafür ein gutes Beispiel, wo wir gemeinsam mit unseren Kunden am Verpackungsdesign der Zukunft arbeiten. Wir wollen den Verpackungskreislauf schließen und mit unseren Kunden diese Rohstoffquellen durch modernste Technik kostengünstig, nachhaltig und möglichst vollständig nutzen. Ganz im Sinn des EU-Kreislaufwirtschaftspakets, das gezielt auf verstärktes Recycling und die ressourcenschonende Gestaltung von Verpackungen setzt. Darüber hinaus laufen unsere Aktivitäten zur Sensibilisierung der Konsumentinnen und Konsumenten seit Jahren erfolgreich – ARA4kids, Bobby Bottle oder Reinwerfen statt Wegwerfen. Dort, wo wir die Menschen von klein auf begleiten und erklären, wie wertvoll es für die Umwelt und das Klima ist, dass sie ihren Beitrag leisten, funktioniert das auch. Denn eines steht fest: Ohne den Konsumenten wird es nicht gehen. Ohne ein Zusammenwirken von Produzenten und Konsumenten werden wir unsere Ziele nicht erreichen.