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Pfanddiskussion: ARA für Gesamtkonzept im Sinne von Bevölkerung und Wirtschaft

Die ARA zeigt sich anlässlich der heutigen Präsentation zum Thema Pfandsysteme im BMK irritiert. „Wozu tagen Arbeitskreise und werden Stakeholderdialoge geführt, wenn das gewünschte Ergebnis – noch dazu präsentiert von einem Marktteilnehmer im Bereich Sammel- und Verwertungssysteme – dem Anschein nach schon feststeht? Das ist für uns nicht nachvollziehbar“, kommentiert ARA Vorstand Werner Knausz. Zudem seien die heute gezeigten europäischen Pfandbeispiele aufgrund der höchst unterschiedlichen Abfallwirtschaftsstrukturen und Marktlagen nicht auf Österreich umlegbar.

„Wir haben in Österreich ein ausgezeichnet funktionierendes Sammel- und Verwertungssystem, auf dem es aufzubauen gilt. Einerseits, weil diese Variante deutlich weniger finanzielle Belastung für Bevölkerung und Wirtschaft mit sich bringt. Ein Pfandsystem würde zu Mehrkosten in Höhe von 60 Millionen Euro im Vergleich zum vorgeschlagenen 10-Punkte-Plan der Wirtschaft führen. Ganz zu schweigen von zusätzlichen Belastungen durch eine Herstellerabgabe und eine verpflichtende Mehrwegquote. Und andererseits, weil wir im Sinne der europäischen Recyclingziele ein visionäres Gesamtkonzept und keine Beschäftigung mit losen Partikularthemen brauchen. Wir müssen bis 2030 das Recycling um gesamt 90.000 t in Österreich steigern. Das gilt für alle Kunststoffe und nicht nur für Getränkeverpackungen, deren Anteil an Kunststoffverpackungen nur 16 % beträgt.“
Das von der ARA in den letzten Jahrzehnten aufgebaute Sammel- und Verwertungssystem für Verpackungen genießt in der Bevölkerung sehr hohes Vertrauen. Das bestätigen jährlich durchgeführte Umfragen. Für die Sammlung von Verpackungsabfällen aus Papier, Kunststoff, Metall und Glas stellt die ARA den Konsumentinnen und Konsumenten rd. 1,91 Millionen Sammelbehälter zur Verfügung. Zusätzlich sind 1,78 Millionen Haushalte an die Sammlung mit dem Gelben Sack angeschlossen. Und es wird laufend ausgebaut. „Damit schaffen wir ein Höchstmaß an Convenience. Nur eine einheitliche, leicht zugängliche und alltagstaugliche getrennte Sammlung fördert die Erreichung der europäischen Zielvorgaben und hilft wirklich gegen Littering. Denn Konsumenten werfen Gebinde vor allem beim so genannten Outdoor-Konsum achtlos weg. Davor schützt auch ein Pfand nicht. Nicht umsonst haben z.B. unsere Schweizer Nachbarn gerade ein Pfandsystem als unwirksam deklariert und abgelehnt“, so Knausz abschließend.