Aktuelles

News

Info Plus

Regierungsprogramm – Weichenstellung für die Zukunft der Kreislaufwirtschaft

Forcierung der Kreislaufwirtschaft, Förderung eines innovativen Ressourcenmanagements, Aktionsplan gegen Lebensmittelverschwendung, Kunststoffprogramm zur Reduktion von Plastik – das sind nur einige Punkte des Regierungsprogramms, die uns alle in den nächsten Jahren in Sachen Kreislaufwirtschaft und Umweltschutz beschäftigen werden. Jetzt geht es an die Umsetzung.

Wie sind die Ziele zu bewerten?
Aus der Sicht der Kreislaufwirtschaft und des Umweltschutzes ist das Regierungsprogramm 2020 und 2024 in weiten Teilen zu begrüßen. Denn nur wenn Kreislaufwirtschaft forciert wird, können Recycling- und Klimaziele erreicht werden.

Förderung eines innovativen Ressourcenmanagements
Zur Erreichung der Recycling- und Klimaziele sind F&E in neue Technologien (z.B. in Sortierung und Verwertung) und in Digitalisierung von der Sammlung bis zum Wiedereinsatz der Rezyklate (Stichwort: Tracking der Massenströme, Qualitätssicherung) unbedingt erforderlich.

Aktionsplan gegen Lebensmittelverschwendung über die gesamte Wertschöpfungskette 
Die Einbeziehung der gesamten Wertschöpfungskette ist ein wichtiger Ansatz. Bisher lag der Fokus auf dem Lebensmitteleinzelhandel, doch das greift viel zu kurz: Aktuellen Studien zufolge fallen im LEH in Österreich lediglich 12 % aller Lebensmittelabfälle an, Tendenz sinkend.

Reduktionsziel von Kunststoffverpackungen um 20 % 
Im Rahmen eines österreichischen Kunststoffprogramms ist eine gesetzliche Verankerung der Reduktion von Kunststoff vorgesehen. Die Umsetzung wirft allerdings Fragen auf.
Verpackungen schützen Güter vor Beschädigung und insbesondere Kunststoffverpackungen auch Lebensmittel vor Verderb. Verpackungen einfach wegzulassen wäre daher kontraproduktiv.

Design for Recycling (alle Kunststoffverpackungen müssen den EU-Vorgaben entsprechend bis 2030 recyclingfähig sein) und Design from Recycling (maximaler Rezyklateinsatz bei allen Kunststoffverpackungen) sind das Gebot der Stunde und im Regierungsprogramm verankert. Hier gibt es allerdings einen klassischen Zielkonflikt: In den meisten Anwendungsfällen wird beim Einsatz von Rezyklaten mehr Material benötigt. D.h. das Reduktionsziel konterkariert das Recyclingziel. Hier bedarf es eines Paradigmenwechsels von der Ressourcenschonung hin zur Primärressourcenschonung.

Mehrfach wird im Regierungsprogramm betont, dass kein Gold-Plating – die Übererfüllung von EU-Vorgaben – betrieben werden soll. Im Kreislaufwirtschaftspaket spricht die EU lediglich von einer „messbaren Reduktion“ an ausgewählten Einwegverpackungen im Außer-Haus-Konsum, weil noch viele Punkte ungeklärt sind. Das Regierungsprogramm sieht ein Reduktionsziel von 20 % für alle Kunststoffverpackungen vor. Zwischen EU-Vorgaben und Regierungsprogramm liegen damit Welten. Gefragt sind praxisorientierte Lösungen.

Einen Auszug aus dem Regierungsprogramm zum Thema Kreislaufwirtschaft und Abfallpolitik finden Sie hier.