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Turbulenzen auf den Altstoffmärkten

Nach zwei Boomphasen 2008 und 2011–2014 befinden sich die meisten Rohstoff-Indizes zurzeit auf niedrigem Niveau. Faktoren dafür gibt es mehrere – von konjunkturellen Schwankungen, Veränderungen der Energie- und Primärrohstoffpreise bis hin zu Protektionismus und Importbeschränkungen. 

Niedrige Erlöse für Kunststoff- und Papierverpackungen
Die Preise für Kunststoffabfälle, vor allem für PE-Folien, werden seit der zweiten Jahreshälfte 2017 von Importrestriktionen der Volksrepublik China gravierend beeinflusst. Der Export von Kunststoffabfällen nach China ist seither praktisch zur Gänze weggefallen. Ein Teil der Exportmengen konnte 2018 noch auf alternative Märkte in Ostasien umgeleitet werden. Im Jahr 2019 haben aber auch diese Länder (z.B. Malaysien, Vietnam, Indien) Abfallimporte praktisch zur Gänze gestoppt. Auf der anderen Seite werden durch Änderungen des Basler Übereinkommens über die Kontrolle der grenzüberschreitenden Verbringung gefährlicher Abfälle in Zukunft auch weitere restriktive Maßnahmen für die exportierenden Länder gesetzt. Das daraus resultierende Überangebot an Kunststoffabfällen auf dem europäischen Markt führt zu einem drastischen Erlöseinbruch.

Beim Altpapier waren schon 2018 deutliche Abschläge zu verzeichnen. Diese Entwicklungen stehen – ähnlich wie bei Kunststoffabfällen – im Zusammenhang mit den chinesischen Importrestriktionen, die nun auch auf die Altpapiermärkte massiv einwirken. In Europa besteht ein struktureller Überschuss von jährlich rund acht Millionen Tonnen Altpapier, das bis 2017 vorrangig nach China exportiert wurde. Unter diesen Voraussetzungen ist auch die mittelfristige Einschätzung der Altpapiermärkte pessimistisch und eine Erholung der Märkte zeichnet sich auch hier nicht ab.