Risikodialog 2019: Chance Kreislaufwirtschaft

Risikodialog 2019: Chance Kreislaufwirtschaft

Das EU-Kreislaufwirtschaftspaket und die Plastikstrategie der EU zählen zu den großen Vorhaben auf dem Weg von der linearen zur zirkulären Wirtschaft. Ziel ist es, die Umwelt zu schützen und Wiederverwendung, Reparatur und Recycling bereits im Design- und Herstellungsprozess zu berücksichtigen. Die geforderte Steigerung von Sammel- und Recyclingquoten stellen Wirtschaft, Behörden, Städte und Gemeinden sowie Haushalte vor neue Herausforderungen.  Die Partner der Initiative Risikodialog, allen voran die ARA und das Umweltbundesamt, widmen sich der Frage, wie eine Transformation hin zu einer Kreislaufwirtschaft funktionieren kann.

Weltweit wächst der Bedarf an Produkten und Gütern und damit auch der Ressourcenverbrauch und das Abfallaufkommen. Zwischen 1900 und 2000 haben sich die Abfallmengen verzehnfacht, ohne weitere Maßnahmen würden sie sich bis 2050 verdoppeln. Der überwiegende Anteil der Abfälle wird weltweit derzeit deponiert, die entsorgten Materialen gehen für den Wirtschaftskreislauf verloren. Das Abfallaufkommen in Österreich beträgt rund 64 Mio. Tonnen (2017). Die Primärabfälle sind in den letzten acht Jahren um ca. 19% gestiegen. 47% des Abfalls wird stofflich verwertet (z.B. recycelt) und 43 % werden deponiert.

Mit Recyclingquoten von 85 % bei Papier, 86 % bei Glas und 87 % bei Metall liegt Österreich im Verpackungsrecycling im EU Spitzenfeld. Dennoch stellen die Recyclingziele für 2025 vor allem für Kunststoffverpackungen eine gewaltige Herausforderung dar. Auch hier liegt Österreich mit 100.000 t Recyclingmenge und 34 % weit über dem aktuellen EU-Recyclingziel von 22,5 %, im Jahr 2025 müssen jedoch 50 % der Kunststoffverpackungen wiederverwertet werden.

Das Konzept der Kreislaufwirtschaft ist ein Lösungsansatz, dieser Entwicklung entgegenzusteuern und Ressourcen effizient zu nutzen. Rohstoffe werden über die Nutzung eines Produktes hinaus wieder für den Produktionsprozess verwendet. Die Etablierung der Kreislaufwirtschaft zählt zu den großen Vorhaben in Österreich und der EU. 

Das Führen von Rohstoffen im Kreislauf betrifft uns alle – Wirtschaft, nationale und regionale Behörden, Städte und Gemeinden, sowie BürgerInnen.  Gemeinsam mit unseren Partnern wollen wir im Risikodialog Pfade entwickeln, wie eine Transformation hin zu einer Kreislaufwirtschaft funktionieren kann. Wir sind überzeugt davon, dass in der Kreislaufwirtschaft eine große Chance auf dem Weg zu einer nachhaltigen Gesellschaft und einer neuen Ressourceneffizienz liegt. 

Im Jahr 2018 haben wir im Risikodialog begonnen, uns mit dem Kreislauf von Kunststoffen auseinanderzusetzen.

2019 widmen wir uns verstärkt dem Thema Kunststoff. 
Die ARA ist Hauptsponsor des Risikodialogs 2019. Über dieser Partnerschaft steht die Vision, gemeinsam einen Beitrag zur Etablierung der Kreislaufwirtschaft in Österreich zu leisten. Ziel ist es, auf breiter gesellschaftlicher Basis zukunftsfähige Lösungen für Ressourceneffizienz und Rohstoffsicherung zu entwickeln.

Die ARA AG ist Österreichs führendes Sammel- und Verwertungssystem für Verpackungen. Das Non-Profit-Unternehmen bietet die rechtssichere Entpflichtung von Verpackungen. Mit den Lizenzeinnahmen organisiert und finanziert die ARA die Sammlung und Verwertung von Verpackungsabfällen in Österreich.

In Workshops arbeiten wir an relevanten Themen für die Umsetzung des Kreislaufwirtschaftspakets in Österreich und betrachten die Themen Recyclingquote, Circular Design und Digitalisierung der Kreislaufwirtschaft. 

Um den Wert von Ressourcen und Produkten so lange wie möglich zu erhalten und möglichst wenig Abfall zu erzeugen, sind Ideen und Innovationen gefragt. Das gilt insbesondere für Verpackungen aus Kunststoff, denn bis zum Jahr 2025 soll jede zweite Verpackung recycelt werden.

Im Workshop „Chance Kreislaufwirtschaft“ (Mai 2019) sind TeilnehmerInnen aus der Abfall- und Recyclingwirtschaft, aus dem Handel sowie aus Wissenschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft in ganz Österreich eingeladen, gemeinsam Anreize und neue Sammelformen  zu entwickeln. Ihre neuen, kreativen Ideen und Maßnahmen  werden in weiterer Folge bewertet, in der Praxis getestet und in den nächsten Jahren dazu beitragen, die Sammel- und Recyclingquote von Kunststoffverpackungen in Österreichs Haushalten weiter zu steigern. 

Der Workshop „Mehr Ressourceneffizienz durch Circular Design?” (Oktober 2019)  widmet sich der Frage, wie Verpackungen und Produkte so gestaltet werden können, dass sie umfassend eingesetzt, häufiger verwendet und in weiterer Folge einem vollständigem Recyclingprozess zugeführt werden können? Welche Innovationen sind dafür notwendig? Darüber hinaus wird der Frage nach einem vermehrten Einsatz von Recyclingrohstoffen und den dafür notwendigen Maßnahmen nachgegangen.

Welche Chancen die Digitalisierung für die Kreislaufwirtschaft eröffnet ist Thema des Workshops „Digitalisierung & Kreislaufwirtschaft“ (Nov.ember 2019). Im Zentrum wird die Frage stehen, welche Beiträge die Digitalisierung für das Gelingen der Kreislaufwirtschaft leisten kann. In einem innovativen, transdisziplinären Setting sollen digitale Lösungen für bestehende Herausforderungen entwickelt werden.

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