Dialog: Digitalisierung und Kreislaufwirtschaft

Im Jänner kamen beim Round Table „Chance Kreislaufwirtschaft – digitale Transformation“ im Café Landtmann VertreterInnen aus der Wissenschaft und von IT-Unternehmen zusammen, um den Beitrag der Digitalisierung zum Gelingen der Kreislaufwirtschaft zu beleuchten. 

ARA Vorstand Christoph Scharff stellte in seinem einleitenden Impuls zwei relevante Fragen ins Zentrum:

  • Die Abbildung von verbauten Rohstoffen, also die große Herausforderung zu wissen, wo welche Materialien sind, und wann sie wieder verfügbar sind (stocks/flows). 
  • Die digitale Abbildung von Massenströmen im Schüttgutverkehr.

Information und Informationsweitergabe spielen in dieser Fragestellung eine wesentliche Rolle. Für eine koordinierte Umsetzung der Kreislaufwirtschaft müssen die AkteurInnen entlang der Wertschöpfungskette Informationen über die stoffliche Zusammensetzung, Nutzung, Wartung und Entsorgung der Produkte erstellen, verarbeiten und anderen verfügbar machen.

Diese Informationen stellen darüber hinaus die Basis für neue Services dar.

In einer Diskussion wurde die Frage nach der Abruf- und Verwendbarkeit dieser Informationen gestellt. Welche Technologien können eingesetzt werden und welche digitalen Services helfen uns, eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft Wirklichkeit werden zu lassen?

Aus dieser Diskussion ergaben sich viele Optionen für die digitale Umsetzung der Kreislaufwirtschaft:

Da die notwendigen Technologien bereits entwickelt sind, besteht die größte Herausforderung darin, Systeme neu zu gestalten und deren Nutzen für die Kreislaufwirtschaft zu erkennen. Dafür ist es notwendig, die Bedürfnisse aller an den Systemen beteiligten gut zu kennen, da nur so die Etablierung erfolgreich gelingen kann. Bei der Gestaltung neuer Systeme müssen sozioökonomische Herausforderungen, Aushandlungsprozesse zu neuen Aufgabenverteilungen und kollaboratives Arbeiten im Zentrum stehen.

Digitale Systeme ermöglichen Transparenz. Dies führt einerseits zu völlig neuen Möglichkeiten, kann andererseits für einzelne TeilnehmerInnen auch Gefahren bergen. Für das Recycling von Stoffen ist es relevant, Informationen über Produkte und Materialien entlang des gesamten Herstellungsprozesses zur Verfügung zu haben. Wer in diesem Prozess welche Rolle übernimmt, wird in verschiedensten Aushandlungsprozessen zu klären sein.