Aktuelles

News

News

Vorschau: Novelle von Abfallwirtschaftsgesetz (AWG) und Verpackungsverordnung (VVO)

Die Ziele des österreichischen Abfallwirtschaftsgesetzes (AWG), dessen erste Fassung bereits 1990 in Kraft getreten ist, sind bis heute aktuell: Luft- und Klimaschutz, Ressourcenschonung sowie der Schutz nachfolgender Generationen müssen oberste Priorität haben. 

Vorschau: Novelle des Abfallwirtschaftsgesetzes (AWG) 2021

Klimaschutzministerin Leonore Gewessler stellte im Frühjahr 2021 den Begutachtungsentwurf für eine AWG-Novelle vor, der als Kernpunkt eine verbindliche Mehrwegquote in österreichischen Supermärkten vorsieht. Dadurch soll Kund:innen die Wahl zwischen Mehrweg und Einweg geboten werden. Außerdem sieht die Novelle ein Verbot von bestimmten Einwegplastikprodukten und das Verbot des Importes von vermischtem Industriemüll aus anderen Ländern vor. 

Die am 13. Oktober 2021 vom Ministerrat beschlossene AWG-Novelle enthält im Vergleich zum Begutachtungsentwurf aus dem Frühjahr 2021 u.a. noch folgende Ergänzungen:
- Pfand für Einweggetränkeverpackungen ab 1. Jänner 2025 sowie eine Verordnungsermächtigung für das BMK, um die Details und Umsetzung zu definieren
- Pflichten für elektronische Marktplätze und für Fulfilment-Dienstleister

Vorschau: Novelle der Verpackungsverordnung (VVO) 2021

Die VVO-Novelle beinhaltet für Österreich u.a. folgende Maßnahmen: 

Verpackungen aus Kunststoff sollen ab 2030 wiederverwendbar oder recyclingfähig sein. In der Haushaltssammlung sollen sämtliche Kunststoffverpackungen in ganz Österreich getrennt gesammelt werden und ein neues Modell der Sammlung von gewerblichen Verpackungen soll die Übernahme der Transportkosten im Rahmen der Produzentenverantwortung regeln. Seitens der Sammel- und Verwertungssysteme muss sichergestellt werden, dass ausreichende Sortier- und Verwertungsmaßnahmen erfolgen. Die Produzentenverantwortung wird auf die Sensibilisierung für und das Beseitigen von Littering bestimmter Kunststoffeinwegprodukte ausgedehnt.

digi-Cycle: Digitale Revolution für Einwegpfand und getrennte Sammlung

Sowohl das EU-Recyclingziel für Kunststoffverpackungen – eine Verdoppelung auf 50 % bis 2025 – als auch das Sammelziel von 90 % für Einweggetränkeflaschen aus Kunststoff im Jahr 2029 erfordern eine massive Steigerung der Sammelmenge. Die Convenience der Sammlung ab Haus, Incentivierung und Digitalisierung sind dafür die Erfolgsfaktoren.

Bestehende Sammelinfrastruktur nutzen

Was Anreize betrifft, sieht die aktuelle Novelle zum Abfallwirtschaftsgesetz ab 2025 ein Einwegpfand für Plastikgetränkeflaschen und Getränkedosen vor. ARA und Saubermacher haben schon zuvor mit digi-Cycle eine digitales Incentive-System entwickelt und erfolgreich getestet. 

Das Innovative an der multimodalen Lösung: digi-Cycle nutzt die bestehende bequeme Sammelinfrastruktur von Gelber Tonne und Gelbem Sack mit 2 Millionen Sammelpunkten in ganz Österreich, kann beliebig mit der Rücknahme im Lebensmittelhandel mit oder ohne Automaten kombiniert werden und erfüllt alle Anforderungen von Herstellern und Handel an ein zukunftsfähiges Einwegpfand.

Das Handy-App-basierte System kann als Incentive gestartet und einfach zu einem vollwertigen Einwegpfandsystem freigeschaltet werden. Die kosteneffiziente Rücknahme über die Sammellogistik der Abfallwirtschaft ermöglicht es, das System freiwillig z. B. auf Getränkeverbundkartons, Food- und Non-Food-Verpackungen auszuweiten, um die für die Recyclingquoten erforderlichen Sammelmengensteigerungen zu erzielen. Dies kann durch Community Building und Gamification via App weiter unterstützt werden.

Breite Allianz mit der Getränkewirtschaft

Der erfolgreiche Modellversuch im steirischen Gnas wurde von führenden Unternehmen der österreichischen Getränkewirtschaft wie der Brau Union Österreich, Rauch, Red Bull, Vöslauer und Coca-Cola Österreich unterstützt und Ende September abgeschlossen. Zu Beginn wurden PET-Flaschen und Getränkedosen ausgegeben, an denen digitale Codes angebracht waren. Zusätzlich wurden die Gelben Tonnen und Gelben Säcke bzw. Blauen Tonnen mit QR-Codes versehen. Interessierte mussten sich nur die App downloaden, nach dem Konsum den Code auf der Flasche oder Getränkedose sowie am Sammelbehälter scannen und konnten bei richtiger Entsorgung Prämien kassieren. 

Hohe Zufriedenheit bei Konsument:innen

Der App wurden von den Konsument:innen Schulnoten von 1-2 gegeben und hohe Nutzerfreundlichkeit attestiert. Bei der Abschlussbefragung der Teilnehmer:innen gaben 85 % der Befragten an, mehr Kunststoffverpackungen mit Gelber Tonne oder Gelbem Sack beim Haus zu sammeln. Nur 9 % meinten, dass die Rücknahme über den Handel mit einen Einwegpfand sie zu mehr Sammlung veranlassen würde.

Stimmen zu digi-Cycle aus Wirtschaft und Politik

„digi-Cycle eröffnet neue Wege für die Steigerung des Recyclings von Plastikflaschen und Getränkedosen. Mit Hilfe digitaler Technologien können die EU-Kreislaufwirtschaftsziele zukunftssicher erreicht und so das Klima effektiv geschützt werden“, sagt Michaela Heigl, Vertriebsmanagerin bei Saubermacher. Das Projekt trägt damit nicht nur zur Erfüllung der innereuropäischen Kreislaufwirtschaftsziele bei, gleichzeitig werden elementare Sustainable Development Goals (SDGs) wie Nachhaltige Städte und Gemeinden (11), Verantwortungsvolle Konsum- und Produktionsmuster (12) und Maßnahmen zum Klimaschutz (13) in Angriff genommen. Michaela Heigl betont zudem das Potenzial, das digi-Cycle mit sich bringt: „Der große Vorteil dieser Lösung ist, dass sie auf jedes erdenkliche Produkt, wie zum Beispiel auf Getränkekartons, Non-Food-Verpackungen, Batterien und Elektrogeräte ausgeweitet werden kann. Der Prozess bleibt für die Konsument:innen gleich einfach und unkompliziert.“

„Die Erfüllung der SDGs Sustainable Development Goals und allen voran der Klimaschutz ist unser zentrales Anliegen. Daher begrüßen wir den Testmarkt mit digi-Cycle, der einen Meilenstein in Richtung Österreichs Kreislaufwirtschaft setzen wird“, so Gabriela Maria Straka, Mitglied des Management Boards der Brau Union Österreich. 

Auch auf oberster politischer Ebene wurde das Projekt begrüßt und die Chancen der Digitalisierung für die Umsetzung einer zukunftsfitten Kreislaufwirtschaft betont: „Die richtige Entsorgung von Leergut und Abfällen ist essenziell, um den Schatz der Natur vor Vermüllung zu bewahren. Ideen wie digi-Cycle können einen Beitrag zur richtigen Sammlung und zum Recycling leisten. Die Chancen der Digitalisierung müssen wir auch in der Kreislaufwirtschaft nutzen“, so Klimaschutzministerin Leonore Gewessler. 

ARA Presseaussendung vom 01.10.2021
Weitere Informationen zum digi-Cycle Pilotprojekt