Batterien im Fokus: Das hält 2026 die Branche unter Strom
2026 wird zum Schlüsseljahr für den Batteriemarkt. Steigende Mengen und neue EU Vorgaben verändern die Anforderungen für Unternehmen deutlich. Die ERA zeigt, was sich ändert und warum richtige Sammlung und Sicherheit bei Batterien mehr denn je zählen.
Für die Elektro Recycling Austria (ERA), einem Tochterunternehmen der ARA, ist der 18. Februar – der internationale Tag der Batterie – ein Tag mit Signalwirkung. Gleichzeitig begleitet das Thema die ERA das ganze Jahr über. Als Österreichs führendes Sammelsystem für Elektroaltgeräte und Batterien beobachtet sie laufend Entwicklungen, verfolgt gesetzliche Neuerungen und unterstützt Unternehmen, Kommunen sowie Konsument:innen dabei, Batterien sicher und korrekt zu sammeln und dem bestmöglichen Recycling zuzuführen.
Warum gerade 2026 für viele Betriebe ein entscheidendes Jahr wird, zeigen aktuelle Entwicklungen bei Mengen, Technologien und neuen EU‑Vorgaben.
Batteriemengen steigen – beim Verkauf und bei der Sammlung
- +50 % mehr Gerätebatterien wurden 2024 im Vergleich zu 2016 in Österreich in Verkehr gesetzt.
- Besonders stark wächst der Bereich Lithium-Ionen-Batterien – dieser hat sich seit 2016 mehr als verdoppelt.‑Ionen‑Batterien –
- Auch die Sammelmengen folgen einem klaren Aufwärtstrend: von 2.200 Tonnen (2016) auf 3.500 Tonnen (2024) – ein Plus von 60 %.
Der größte Teil bei der Sammlung entfällt weiterhin auf klassische Gerätebatterien (z. B. AA, AAA, Knopfzellen) (2024: rund 3.000 Tonnen). Die Sammelmenge an Lithium-Systemen hat sich nahezu vervierfacht ist aber nach wie vor deutlich geringer als die der klassischen nicht aufladbaren Batterien.
Das liegt an der Lebensdauer von Batterien: Während etwa Verpackungen meist nach wenigen Wochen entsorgt werden, bleiben Batterien mehrere Jahre im Einsatz. Erst dann gelangen sie in die Sammlung und ins Recycling. Dadurch spiegeln die heutigen Sammelmengen oft die Marktentwicklung früherer Jahre wider. Besonders deutlich zeigt sich das gerade bei Lithium-Batterien: Hier hat sich die Sammelmenge seit 2016 vervierfacht, während die Inverkehrsbringung im selben Zeitraum „nur“ doppelt so hoch war. Die starke Zunahme ist ein Hinweis darauf, dass immer mehr Produkte mit Lithium-Technologie – von E-Bikes bis zu akkubetriebenen Haushaltsgeräten – im Alltag angekommen sind und nun sukzessive am Ende ihres Lebenszyklus im Sammelsystem landen.
Diese Entwicklung macht deutlich: Der weltweite und damit auch der österreichische Batteriemarkt wird auch in den nächsten Jahren weiter zunehmen – sei es aufgrund von Elektromobilität, der Energiewende oder der weltweiten Digitalisierung.
Neue EU‑Regeln bringen mehr Transparenz – und mehr Pflichten
Auch die EU hat diesen Entwicklungen Rechnung getragen und im Juli 2023 die EU-Batterieverordnung umfassend überarbeitet. (Mehr Infos →)
Das Ziel: einheitliche Regelungen im EU-Binnenmarkt, Förderung der Kreislaufwirtschaft bei Batterien, Erhöhung der Sicherung sowie Transparenz in der Lieferkette – und zu guter Letzt die Reduktion der Abhängigkeit von (kritischen) Rohstoffen.
Die Batt-VO nimmt damit den gesamten Lebenszyklus von Batterien von der Rohstoffgewinnung, über Produktion, In-Verkehr-Setzung, Nutzung, ReUse und Umnutzung bis hin zur Entsorgung und Verwertung von Altbatterien in den Blick. Und damit kommt Bewegung in den Markt.
Das kommt 2026 auf Unternehmen zu:
Neue Meldekategorien: Seit 1. Jänner 2026 müssen Batterien für leichte Verkehrsmittel (LV) wie EBikes und Scooter sowie Elektrofahrzeugbatterien getrennt gemeldet werden. Damit reagiert die EU auf den starken Anstieg von E-Bikes und Scootern sowie auf die zunehmende Bedeutung der Elektromobilität.
Neue Sammlungsvorgaben: LV-Batterien werden ab 1. April 2026 getrennt von Lithium-Gerätebatterien gesammelt. Dafür wird ein eigenes 60 Liter Fass mit speziellem Aufkleber eingesetzt. Fahrzeugbatterien heißen zudem künftig Starterbatterien.
Mehr Sicherheit durch präzisere Trennung: Die neue Kategorisierung ermöglicht eine bessere Handhabung unterschiedlicher chemischer und sicherheitstechnischer Anforderungen – besonders bei Lithium‑haltigen Batteriearten.
„Die Verordnung ist die Basis für ein transparentes und nachhaltiges Batterierecycling in Europa. Sie schafft klarere Kategorien und mehr Transparenz entlang der gesamten Wertschöpfungskette.“
Thomas Maier
Geschäftsführer, ERA
ERAplus: Neue Services für eine komplexer werdende Batteriewelt
Der Batteriemarkt ist nicht mehr derselbe als noch vor zehn Jahren. Er ist vielfältiger, technischer, regulatorisch dichter. Und das fordert Unternehmen heraus: Welche Batterie gehört wohin? Welche Gebinde werden gebraucht? Wie lässt sich Sicherheit garantieren? Der Markt verändert sich – und die ERA reagiert. Viele Kund:innen standen vor Fragen, die weit über die klassische Sammlung hinausgingen. Genau aus diesem Alltag heraus entstand das Tochterunternehmen ERAplus.
ERAplus Geschäftsführer Christian Hochsteger beschreibt die Idee dahinter so: „Wir begleiten Unternehmen durch eine Batteriewelt, die komplexer wird. Unser Anspruch ist es, Lösungen zu bieten, die mitwachsen und gemeinsam mit unseren Kund:innen die neuen Anforderungen zu meistern. Wir sind damit ein starker Partner für Zukunftsthemen wie Elektromobilität, Sicherheitsstandards und Kreislaufwirtschaft.“
Services der ERAplus
- Gebindeeinstellungen
- Sammlung & Zwischenlagerung
- Fachgerechte Verwertung
- 360‑Grad‑Betreuung: Ein Service, das auf aktuelle Normen und künftige regulatorische Entwicklungen abgestimmt ist.
Ihr Kontakt rund um die Batterie:
Für weitere Informationen oder Anfragen steht Ihnen das Team rund um ERAplus Geschäftsführer Christian Hochsteger zur Verfügung:
Bewusstseinsbildung bei Konsument:innen
Für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft bei Batterien braucht es auch die aktive Unterstützung der Konsument:innen. Denn während diese der tägliche – und oftmals versteckte Begleiter – in unserem Leben sind, können sie falsch entsorgt schnell gefährlich werden. Lithium‑Batterien entzünden sich aufgrund ihrer hohen Energiedichte bei Hitze, Beschädigung oder Kurzschluss. Falsch entsorgte Batterien lösen zunehmend gefährliche Brände aus, etwa im Restmüll, bei Sammelstellen oder direkt in den Sortier- und Recyclinganlagen.
Die Botschaft der ERA lautet deshalb:
- Batterien immer in Sammelboxen im Handel oder bei kommunalen Sammelstellen abgeben. Niemals in den Restmüll oder zu anderen Abfallarten!
ERA und ERAplus unterstützen daher auch heuer wieder die Kampagne „Her mit Leer“ des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft. Sie macht darauf aufmerksam, wie entscheidend richtige Batteriesammlung für Sicherheit und Ressourcenschutz ist.
Der Schwerpunkt 2026 liegt auf falsch entsorgten Lithiumbatterien. Jede richtig entsorgte Batterie reduziert Brandrisiken, verringert den Ressourcenverbrauch und schont kritische Rohstoffe.