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ARA TESTET DIGITALEN ABFALLBEHÄLTER DER ZUKUNFT

V.l.n.r.: DI Monika Dobreva (ARA Projektmanagement), Ing. Martina Gärtner (Abfallwirtschaft Krems), Dr. Reinhard Resch (Bürgermeister Krems), Bernd Grausenburger (Projektpartner/Geschäftsführer friendly energy). 70% aller PET-Flaschen werden in Österreich bereits gesammelt. Wenn jede ÖsterreicherIn jede Woche eine PET-Flasche mehr sammelt, erreichen wir eine Sammelquote von 100 %. © Stadt Krems

In unserer schnelllebigen Welt wird sogenannter „Außer-Haus-Konsum“ immer beliebter. Und die dabei anfallenden Verpackungen spielen – als wertvolle Sekundärrohstoffe – bei der Zielerfüllung des EU-Kreislaufwirtschaftspakets eine wesentliche Rolle. Passend dazu startet die ARA in Krems einen österreichweit einzigartigen Pilotversuch. Mit dem intelligenten, digitalen Abfallbehälter „BigBelly“ wird die getrennte Sammlung von Plastikflaschen und Dosen am Weltkulturerbeplatz der Stadt nun noch einfacher und effizienter.

„Mit dem Einsatz des BigBellys ist die getrennte Sammlung wieder einen Schritt näher an die Konsumentinnen und Konsumenten herangerückt. Sie ist noch alltagstauglicher, einfacher und bequemer geworden. Das ist einer der wesentlichsten Aspekte, wenn es um die Erreichung der Ziele des EU-Kreislaufwirtschaftspakets und der EU-Kunststoffrichtlinie geht“, führt ARA Vorstand Werner Knausz aus und bringt ein einfaches Beispiel: „Sehen wir uns die Getränkeverpackungen an, wo aktuell über ein – für KonsumentInnen, wie Wirtschaft – teures Pfandsystem diskutiert wird. Aktuell werden in Österreich 70 % aller PET-Flaschen getrennt gesammelt. Wenn jede Österreicherin und jeder Österreicher nur eine einzige PET-Flasche mehr pro Woche sammeln, dann erreichen wir eine Sammelquote von 100 % und übererfüllen damit die europäischen Vorgaben von 90 %. Das ist mit Bewusstseinsbildung und gutem Willen machbar“, erklärt Knausz. 

Österreich ist im Recycling im europäischen Spitzenfeld. Schon heute hat man die Zielvorgaben des EU-Kreislaufwirtschaftspakets 2025 für Verpackungen aus Papier, Glas und Metall erfüllt. Kunststoff stellt jedoch die große Herausforderung dar. Um die von der EU vorgeschriebene Recyclingquote von 50 % Kunststoffverpackungen im Jahr 2025 zu erreichen, braucht es eine Verdopplung des Recyclings von aktuell 75.000 Tonnen auf 150.000 Tonnen in den kommenden vier Jahren. „Und genau dafür brauchen wir ein umfassendes Gesamtkonzept, das beispielsweise die Sammlung von Kunststoffverpackungen aus Haushalten und Gewerbebetrieben um 40 % steigert, Investitionen in modernste Sortieranlagen fördert und mehr Sammelmöglichkeiten für den Unterwegskonsum – wie den BigBelly – schafft“, so Knausz.

Intelligenter Müllschlucker mit großem Hunger
Der nun in Krems zum Einsatz kommende, komplett solarbetriebene und damit energieautarke Abfallbehälter (eine Stunde Sonnenlicht entspricht einem Monat Betriebsdauer) steht für die Sammlung von Plastikflaschen sowie Metalldosen zur Verfügung. Und dabei macht er seinem Namen alle Ehre: Mittels integrierter Müllpresse verdichtet BigBelly die Abfälle um ein siebenfaches und weist somit um ein vielfach höheres Fassungsvermögen als seine herkömmlichen Kollegen auf. Ist der Maximalfüllstand erreicht, meldet sich der Abfallbehälter automatisch per E-Mail. Mit diesem System werden die Entleerungs- bzw. Abholungsintervalle wesentlich reduziert, was einerseits zu einer Arbeitszeitersparnis sowie andererseits zu einer Verringerung von CO2-Emissionen und Feinstaub führt, da Fahrtstrecken der Müllwägen eingespart werden. 

Kremser Bürgermeister begrüßt BigBelly-Initiative
„Wir sind sehr stolz, als Pilotstadt bei der Umsetzung der Kreislaufwirtschaft in Österreich mitwirken zu können“, so der Kremser Bürgermeister Reinhard Resch. „Ressourcen-, Umwelt- und Klimaschutz sind seit jeher für die Stadt und unsere Bürgerinnen und Bürger äußerst wichtig. Umso mehr freuen wir uns über unseren neuen Bewohner am Weltkulturerbeplatz und bitten alle Besucherinnen und Besucher diesen ordentlich zu füttern.“

Neben Krems kommt BigBelly auch in Mödling zum Einsatz. Als nächste Stadt werden in Graz intelligente, digitale Abfallbehälter aufgestellt. Auch dort wird die ARA Umsetzung und Inbetriebnahme begleiten und die gesammelten Daten und Erfahrungen für die Weiterentwicklung der getrennten Sammlung im öffentlichen Raum nutzen.